Rollstuhl-Rugby Deutschland: Die Schiedsrichter

Jeder Sport braucht qualifizierte Schiedsrichter, um ein Spiel ordnungsgemäß zu leiten. Das gilt auch im Rollstuhl-Rugby. Die Schiedsrichter auf dem Feld und am Tisch tragen die Verantwortung dafür, geltende Regeln umzusetzen und darauf zu achten, dass diese von Spielern, Trainern und dem Staff eingehalten werden. Das aktuelle Rollstuhl-Rugby-Regelwerk wird regelmäßig vom IWRF überarbeitet und angepasst, es ist im Download-Bereich der Website zu finden.

Ein Rollstuhl-Rugby-Spiel wird von zwei Feldschiedsrichter geleitet, die von vier Tischschiedsrichtern unterstützt werden. Bei großen Turnieren, wie Europa- oder Weltmeisterschaften, können durchaus auch noch weitere Schiedsrichter abseits des Feldes eingesetzt werden.

Die beiden Feldschiedsrichter leiten und überwachen das Spiel auf dem Feld. Sie agieren zwischen den Spielern, entscheiden über die Gültigkeit von Toren und müssen stets die Übersicht über das Geschehen auf dem Feld haben. Die Verständigung auf dem Feld erfolgt über Handzeichen, Kommandos, die in der Regel englischsprachig verwendet werden, sowie die Schiedsrichterpfeife. Sollten Spieler, Trainer oder Staff gegen Regeln verstoßen, schreiten sie ein. Dabei kann es mitunter passieren, dass ein Spieler für eine bestimmte Zeit – in der Regel ist es eine „Strafminute“ – das Spiel als Zuschauer aus der sogenannten Penalty-Box verfolgen muss.

Die Tischschiedsrichter sind für unterschiedliche Aufgaben vorgesehen. Sie bedienen die Spieluhren und halten auf dem Spielbogen den Spielverlauf (Tore, Time-Outs) fest. Es wird zwischen zwei Spieluhren unterschieden: Die reguläre Spieluhr zeigt die verbleibende Spielzeit und den aktuellen Spielstand an. Die 40-Sekunden-Uhr kommt in den höheren Ligen sowie bei internationalen Turnieren zum Einsatz. Die Mannschaften haben dort zur Ausführung eines Angriffs maximal 40 Sekunden Zeit. Diese Zeitspanne zeigt die 40-Sekunden-Uhr an. Neben den Zeitnehmern gibt es die Positionen des Anschreibers und des Strafzeitnehmers. Der Anschreiber füllt das Spielprotokoll (Scoresheet) aus, der Strafzeitnehmer füllt das Strafprotokoll (Penaltysheet) aus. So wie die anderen Tischschiedsrichter-Positionen sind auch diese beiden enorm wichtig und verantwortungsvoll, da bei Unstimmigkeiten auf dem Feld jedes Ereignis sofort nachvollziehbar sein muss.

„Verwaltet“ werden die Schiedsrichter weltweit von der Internationalen Wheelchair Rugby Federation (IWRF). Der Verband kümmert sich um die internationalen Angelegenheiten der Schiedsrichter, so beispielsweise um die Besetzung von Weltmeisterschaften und paralympischen Spielen. Die Einteilung der internationalen Schiedsrichter erfolgt dabei in die drei Zonen Amerika, Europa und Ozeanien. Für jede Zone trägt ein Head-Official die Verantwortung, der in engem Kontakt mit dem jeweiligen Head-Official der einzelnen Länder steht. Als Head-Official für Deutschland ist seit 2017 Kristin Hempfling verantwortlich. Sie kümmert sich um die Organisation, Ausstattung sowie die Aus- und Weiterbildung, aber auch die Neuwerbung von Schiedsrichtern in Deutschland. Aktuell sind in Deutschland in allen drei Ligen (1. Bundesliga, 2. Bundesliga, Regionalligen) sowie bei stattfindenden Turnieren rund 35 aktive Schiedsrichter im Rollstuhl-Rugby tätig.

In regelmäßigen Abständen werden in Deutschland Lehrgänge für Anfänger und Fortgeschrittene Schiedsrichter angeboten. „Wie in jedem Sport ist es wichtig, sein Wissen stets auf dem aktuellen Stand zu halten“, so Kristin Hempfling, die selbst seit 2005 im Rollstuhl-Rugby als Schiedsrichterin national und international im Einsatz ist.

Ist dein Interesse geweckt? Möchtest du Rollstuhl-Rugby Deutschland als Schiedsrichter unterstützen oder hast du als bereits aktiver Schiedsrichter Interesse an Weiterbildungsmöglichkeiten? Dann melde dich sehr gern bei Kristin Hempfling unter folgender E-Mail-Adresse: headofficial.germany@web.de

Photocredit: Nadine Bieneck